Seitennavigation

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Tut mir leid, aber NOCH größer haben wir wirklich nicht, da müssen Sie in die Übergrößenabeilung gehen

Das sind so Sätze, die auf der Liste der Dinge, die ich in meinem Leben gerne höre, nicht auftauchen.
Ich habe keine Modelmaße, aber ich denke, dass bei meiner Körpergröße (1,85 m) Kleidergröße 44 vertretbar ist. (Ich hatte auch schon 40, gefiel mir besser, aber "so what".)


Da wären wir aber schon beim nächsten Punkt: Was ist denn die Kleidergröße? Die Einheit, mit der Modelabel ihre Selbstverliebtheit messen? Je nach Marke habe ich bei den mir passenden Teilen zwei bis drei Größen Unterschied auf dem Etikett. Aber letztlich ist das ja auch einer der Gründe, warum ich mit dem Nähen begonnen habe: um der Standardisierung durch die Modeindustrie zu entkommen und nicht immer das Gefühl vermittelt zu bekommen, ich bewege mich komplett außerhalb der Norm. Und: wer will schon Norm sein? 😉


Meine Problemzonen? Neben dem ständigen Gefühl, ein paar Kilo weniger haben zu sollen sind das bei Klamotten mein langer Hals (bei den meisten gekauften Hoodies und Jacken spannt die Kapuze), meine langen Arme (Bündchen endet am Handgelenk), meine hohe Taille bzw. große Schritttiefe, Reiterhosen und lange Beine. Hosen kaufen ist ein Alptraum. Wenn ich sie über die Oberschenkel bekomme, sind sie unten zu weit. Die Low-Waist-Mode sorgt dafür, dass die Hose rutscht und die Love Handles über den Rand quillen. Und zu kurz sind sie sowieso alle.


Jetzt habe ich mich getraut. Ich habe mir meine eigene Jeans genäht. Nach dem Ebook "Merle" von Mamili1910. Die erste Hose hat mich extrem viel Zeit gekostet. Das lag aber unter anderem daran, das ich als passionierte Jerseynäherin etwas zu faul zum Heften und Anprobieren war und dann zwei Meter Dreifach-Gradstich wieder auftrennen durfte.


Aber was soll ich sagen. Das Ebook ist der Hammer. Vor allem mein Angstgegner "Reißverschluss mit Untertritt" war im Nullkommanix gemeistert.
An Anfang muss man etwas Zeit investieren, um den Schnitt an seine Maße anzupassen, aber wie man das macht, ist bestens erklärt. Da hat sich dann auch gezeigt, dass so gut wie keine der Frauen aus dem Probenähen "Norm" ist. Die Größenvarianz zwischen Hüfte, Oberschenkel und Wade betrug teilweise drei Größen. Woran man auch sieht, warum bei vielen die Kaufhosen nicht gut sitzen.


Damit ist jetzt Schluss. Traut euch. Die Zeit lohnt sich. Das Geld sowieso. Und dann können die ganzen alten "nur so halb" sitzenden Jeans aus dem Schrank für neue Upcycling-Projekte verwendet werden. Mit den Varianten Skinny und Bootcut in Low- und High-Waist mit schmalem oder breitem Bund sind die meisten Geschmäcker und Bedürfnisse abgedeckt.


Zusätzlich gibt es noch eine Hilfegruppe bei Facebook, wo man sich bei Fragen oder Unsicherheiten helfen lassen kann und wo Conny einige Liveschaltungen zu Anpassungen am Schnitt demonstrieren wird.



Die Schnitte gibt es einzeln oder als Kombi-Ebook bei Makerist:
Skinny Jeans Merle
Boot Cut Jeans Merle
Kombi Bootcut und Skinny

Und auch bei Dawanda:
Skinny Jeans Merle
Boot Cut Jeans Merle
Kombi Bootcut Skinny

Bis zum 26.10. noch zum Einführungspreis mit 30% Rabatt.

Um das ganze noch zu komplettieren: Verlinkt mit RUMS.

Ich wünsche euch eine schöne Restwoche und viel Spaß beim Hosennähen. 😎
Kathy

Dienstag, 10. Oktober 2017

Produkttest
Juki TL-2200QVP mini
Abschlussbericht

Kathy Henkel – www.gute-naht.de
 
Schneller als gedacht sind die drei Monate rum, in denen ich die Juki TL-2200QVP mini im Rahmen einer Aktion von nähPark Diermeier bei mir Zuhause haben und auf Herz und Nieren testen durfte.
Nach den ersten Gehversuchen (z.B. Einfädeln und Highspeed-Nähen) hatte mich vor allem interessiert, wie die Juki mit verschiedenen Materialien und Stofflagen - und hier besonders mit den dicken - klarkommt. 

Noch einmal mit Kraft
Diesbezüglich konnte sie mich auf ganzer Linie überzeugen und im letzten Teil sollte sie mir noch ihre Quilting-Eigenschaften offenbaren.


Bevor ich mich jedoch wie geplant an ein Quiltprojekt begeben konnte, musste die Juki sich noch einmal mit schwierigem Material auseinandersetzen. Im Rahmen eines Probenähens habe ich an ihr ein Herrenportmonnaie aus Tafelstoff genäht.


Transport von oben
Ich habe für dieses Projekt den Obertransportfuß eingebaut. Etwas irritierend war für mich, dass man hier für den Fußwechsel die entsprechende Schraube komplett entfernen muss. Die anderen Füße haben eine nach oben offene Schiene, so dass man nach Lösen der Schraube den Fuß nach/von unten entfernen bzw. einschieben kann. Der OTF hat nur ein Loch.


Bei genauerer Überlegung erscheint diese Lösung aber als sehr durchdacht, da im Regelfall bei Nähprojekten, wo der OTF zum Einsatz kommt, auch eine größere Stabilität erforderlich ist.
Der Obertransportfuß ist  wie auch der „normale“ Nähfuß relativ schmal, was eine gute Sicht auf das Nähgut ermöglicht und knappkantiges Nähen erleichtert. Das Nähen ist in beide Richtungen problemlos möglich. (Zum Vergleich: beim OTF meiner Nähmaschine sind die beweglichen Transportfüßchen hinten offen. Bei z.B. Kunstfell verhaken sich diese beim Rückwärstsnähen in den langen Fransen.)

Locker flockig die Dritte (oder 4. oder ...)
Am Ende war ich einmal mehr begeistert von der problemlosen Bewältigung dickerer Stofflagen und dem gleichmäßigen Transport des Nähguts. Das Nahtbild ist einfach fantastisch und das sogar von beiden Seiten. (Das Portemonnaie wird komplett von rechts genäht, es sind also beide Nahtseiten sichtbar. Mit der Juki gar kein Problem.)

Kleiner Wermutstropfen
(Was bei diesem Projekt hilfreich gewesen wäre: eine Punktvernähfunktion. Eine Verriegelung mit Vor- und Rückstichen kam hier wegen der vorgesehen Nähweise von rechts nicht infrage. Daher musste ich bei jeder Naht die Enden per Hand verknoten, was den veranschlagten Zeitrahmen etwas sprengte.)

Optimale Ausstattung für Quilter
Aus zeitlichen Gründen und auch, weil Quilten für mich Neuland ist, entschied ich mich für einen Miniquilt aus rechteckigen Blöcken. Um den Test komplett zu machen, montierte ich trotz der überschaubaren Größe des Projektes den Anschiebetisch.


Dieser wird einfach über den Freiarm nach unten gedrückt, kleine Gumminoppen an der Innenseite sorgen für guten Halt, die ausklappbaren Füße sind höhenverstellbar, was mir sehr entgegenkam, da der Tisch bei mir zur Hälfte auf einer Schneidematte steht.


Durchdachte Lösung
Und hier hat Juki noch weiter mitgedacht: Im Anschiebetisch befindet sich eine Klappe, durch die man die Unterfadenspule erreicht, der Tisch muss also zum Fadenwechsel nicht extra abgenommen werden. Und der Tisch besitzt eine Haltevorrichtung für den Kniehebel. Dieser kann also bei Nichtgebrauch unter den Tisch geclipst werden und ist aus dem Weg.


Keine Erwartung zu hoch
Die Tellzwozwo bestätigte, was ich eigentlich erwartet hatte. Die dünne Baumwolle lief wieder problemlos und der Stoff hat sich auch beim Nähen nicht verzogen. Das Nähen im Nahtschatten war ebenfalls kein Problem.


Nachdem der Patchworkteil fertig war, wollte ich das Top noch mit einem Quiltmuster versehen. Die Füßchen sind schnell getauscht, der offene Quiltfuß (für Freihandquilten) war das Werkzeug meiner Wahl. Der Untertransport kann zu diesem Zweck mit einem Hebel versenkt werden.
Im Handbuch wird darauf hingewiesen, dass der Fußdruck auf Minimum gestellt werden soll. (Einer der wenigen Fehler im Handbuch: der erwähnte grüne Balken ist bei der Tellzwozwo blau). Anfangs zeichnete ich ein paar Ranken vor, nachdem ich diese „aufgemalt hatte“, entschied ich mich dann aber doch für ein Freihandschnörkelmuster.

Freihandquilten besser mit Handschuhen
Zu diesem Zeitpunkt wurde mir dann klar, warum Quilter oftmals Handschuhe tragen. Trotz des runtergeregelten Fußdrucks fiel es mir teilweise recht schwer, den Stoff in die gewünschte Richtung zu bewegen.
Bei meiner Nähmaschine, die ebenfalls Quilter als Zielgruppe hat, bietet der Quiltfuß fast gar keinen Halt für den Stoff. Teilweise folgen die Stofflagen dem Fuß/der Nadel etwas nach oben und man bekommt unfreiwillig „Sprünge“ im Nahtbild.


Das kann bei der Juki nicht passieren. Hier war mir der Fuß fast schon etwas zu fest. Ich denke aber, dass das die „richtigere“ Art ist, denn mit Handschuhen, die auf dem Stoff besser haften, hätte ich die drei Quiltlagen sicher leichter führen können und damit eine sicherer Stoffgestaltung gehabt als wenn der Fuß zu locker ist.
Im Gegenzug verlaufen die Linien hier viel gleichmäßiger, als sie das bei meinen ersten Versuchen auf meiner eigenen Maschine tun. Und auch hier hatte ich wieder den Eindruck, dass die Juki sich wohler fühlt, wenn sie schneller darf.


Fazit:

Die Juki TL-2200QVP mini überzeugt auf ganzer Linie durch hochwertige, robuste Verarbeitung, sauberen Stofftransport, schönes Nahtbild, Vibrationsarmut, leise Laufleistung bei gleichzeitig hoher Stichgeschwindigkeit und umfangreiches Zubehör.
Allerdings ist diese Maschine hoch spezialisiert und hier komme ich auf meinen Anfangsvergleich mit Autos zurück: Wer sehr oft lange Autostrecken fahren muss und neben seinem alltagstauglichen Stadtauto mit großem Kofferraum und viel Platz für Getränkekisten und Urlaubsgepäck noch Geld und Stellplatz für einen PS-starken Wagen hat, in dem man zwar die Familie nicht mitnehmen kann, dafür aber in der Hälfte der Zeit am Ziel ist, der ist mit der Juki gut beraten.
Für Quilter bringt sie alles mit, was diese benötigen und auch wer ansonsten nur den Geradstich benötigt, kann mit dieser Maschine nichts falsch machen.
Für Hobbynäher wie mich, die Kleidung, Taschen, Deko und sonstigen Firlefanz nähen, die Zierstiche und Zickzack-Versäuberung benötigen und auch mal Knopflöcher machen müssen, wäre die Tellzwozwo allenfalls eine - wenn auch sehr hochwertige - Ergänzung zum bestehenden Nähmaschinenpark.
Am Ende geht natürlich auch der Preis mit in die Waagschale. Für die Qualität, die man bekommt, ist die Juki sicher nicht teuer, hier stimmt meines Erachtens das Preis-Leistungsverhältnis. Dennoch muss man schon recht viel Geld in die Hand nehmen. Nicht umsonst ist die Maschine ausgeschrieben als Profischnellnäher für Quilter und Vielnäher. Mal eben so wird man sich diese Nähmaschine nicht kaufen können.

Donnerstag, 21. September 2017

Diesen Beitrag habe ich vor zwei Wochen geschrieben und doch glatt vergessen, ihn hier zu veröffentlichen.
Also die Ferien sind inzwischen vorbei, aber die Hausspinne ist mittlerweile zum dritten Mal innerhalb der Wohnung umgezogen ...

Das Ding mit der Langeweile ...

Bei Kindern sagt man ja immer, Langeweile fördert die Kreativität. Ist das bei Erwachsenen auch so? Ich weiß nicht so recht. Bei mir fördert Langeweile eher das Hüftgold.

Es ist ja nicht so, dass es nichts zu tun gäbe. Neben dem ein oder anderen laufenden (Näh-)Projekt wäre da noch die Ackerwinde im Garten, der Löwenzahn in den Mauerfugen, die Wäschehaufen im Keller, die Steinesammlung aus dem Urlaub, die ums Vielfache gewachsene Hausspinne ... die alle nach meiner Aufmerksamkeit verlangen.


Ach, und da sind ja noch die Kinder. Schließlich haben wir noch immer Ferien ...

Stattdessen kritzele ich auf Kacheln rum, begucke meine Augenbrauen, bestelle Stoff und Bastelmaterial ... und abends nervt mich dann wieder das Chaos im und ums Haus.


Wie auch immer, als Lückenfüller hier mal ein Kleid, das ich mir in der Anfangszeit meiner "Nähkarriere" genäht habe, nicht ganz ohne Schwierigkeiten, wie ich zugeben muss.
Der Schnitt war für Webware ausgelegt, was ich irgendwie überlesen hatte.
Ersteinmal nicht weiter tragisch, allerdings hatte ich in meinem Unwissen für den Bahnenrock einen Baumwolljersey ausgewählt und für das Oberteil einen entsprechend farblich passenden Stoff - leider ein recht dünner Viskosejersey.


Die erste Hürde waren die Falten am vorderen Ausschnitt, die ich mit viel Fluchen und Schimpfen halbwegs aufeinandergenäht bekam.

Dann aber, nachdem Ober- und Unterteil verbunden waren, der Katzenjammer: der Rock war viel zu schwer für den dünnen Stoff oben und zog das alles unschön in die Länge.
Irgendwie habe ich mir dann das Oberteil nochmal genäht und innen als Verstärkung reingewurschtelt. Das sah zwar nicht schön aus, hat letztlich aber gehalten.


Und wie so oft bei den selbstgenähten Teilen: die kleinen Schönheitsfehler sieht meist keiner.
Mit Freude konnte ich dann das erste Mal ein Maxikleid austragen, das auch bei mir bis zum Boden reicht.


Liebe Grüße,
Kathy

Verlinkt mit RUMS

Mittwoch, 30. August 2017

Produkttest
Juki TL-2200QVP mini
Zwischenbericht

 Kathy Henkel – www.gute-naht.de


Gemeinsam durch dick und dünn
Mittlerweile  befindet sich die Juki-Testmaschine von nähpark Diermeier bereits eine Weile bei mir und hat sich harmonisch in das Gesamtbild meines Arbeitsplatzes ein­gefügt. Meine Prinzessin musste für einige Zeit ihren Stammplatz opfern, ich hoffe, dass sie mir das nicht krumm nimmt, wenn die Tellzwozwo wieder auszieht.
Nach meinen ersten zaghaften Versuchen, die QVP mini näher kennenzulernen, hatte ich in der Zwischenzeit die Gelegenheit, sie etwas ausführlicher zu testen.
Nun wollte ich endlich wissen, wie schlag- oder besser durchnähkräftig sie wirklich ist.
Also musste sie ran an die Tasche. 

Erste Gehversuche
Ich wollte mich dennoch - vor allem zu ­meiner eigenen Sicherheit - langsam Herantasten, deswegen wählte ich als erstes „dickeres“ Projekt eine E-Reader-Hülle. Ich glaube, die Juki hätte mich gerne ausgelacht, wenn sie könnte. Kork mit SnapPap, Baumwolle und Vlieseline zu verbinden war nun wirklich zu einfach.

Kurz darauf stand ein Probenähen für einen Rucksack an, das passte nun perfekt zum Testvorhaben.
Das Einfädeln beherrsche ich mittlerweile auswendig und schnell, mit der Einfädelhilfe habe ich mich auch angefreundet und den automatischen Fadenabschneider, der mir anfangs zu laut erschien, benutze ich nun regelmäßig.

Saubere Nähte
Was mir schon bei den ersten Versuchen aufgefallen war: die QVP hat wirklich ein tolles Stichbild. Egal, mit welcher Geschwindigkeit und Stichlänge man durch den Stoff geht, die Naht sieht toll aus.


Die ersten Nähte waren schnell gemacht, die größere Herausforderung war für mich anfangs wieder wie so oft beim Nähen das „umgekehrte“ Denken, also die Vor­stellung, wie das Ganze denn am Ende von der rechten Seite aussehen sollte.
Die erste Hürde für meine eigene Maschine – und hier will ich der Anfrage auf meinen ersten Testbericht nachkommen: ich nähe sonst auf einer elna ­Excellence 760 – wäre das Gurtband gewesen.

Locker flockig Teil 1
Eine Lage Gurtband auf den mit Decovil verstärkten Stoff, ein zweites Gurtband obendrauf und festgenäht.

Souverän geht die Tellzwozwo über Täler und Berge, fast habe ich den Eindruck, ich bin ihr zu langsam, mit höherer Geschwindigkeit transportiert sie besser und ohne zu mucken.
Ich werde mutiger und alle Querverbindungen und Träger sind im Nullkommanix angenäht.

Vier Lagen Stoff, Decovil und Gurtband
Der Reißverschluss ist sowieso kein Problem und der Standardnähfuß so schmal, dass man den RV-Fuß gar nicht unbedingt benötigt.
Nun geht es ans Eingemachte – das ist zumindest mein Gefühl. Zwei Lagen verstärkter Stoff plus zwei Lagen Stoff von den Aufsatztaschen plus doppelt gelegtes Gurtband.


Wieder bin ich vorsichtig und langsam, dieses Mal zum Glück, denn auf einmal will die Juki nicht mehr. Der Motor brummt, die Nadel zuckt mitten in der dicken Stelle zurück. Die Elektronik sorgt dafür, dass die Nadel nach oben kommt, dann wird es still.

Das war's schon?
Ich drehe das Handrad weiter und versuche es noch einmal, mit demselben Ergebnis. Nun bin zugegebenermaßen etwas enttäuscht, sollte eine Maschine nach Industrie­standard das nicht locker schaffen?
Nochmals drehe ich das Handrad, um nach dem Problem zu schauen, als es mir wie ­Schuppen von den Augen fällt. In meiner ganze Testeuphorie habe ich nicht einmal nach der Nadel geschaut. Und siehe da, die eingebaute Schmetz 80 (gehört nicht zum Liefer­umfang?) ist natürlich nicht die geeignete Nadel.

Locker flockig Teil 2
Nachdem ich die Universalnadel gegen die mitgelieferte HAx1 14 getauscht und das Nähstück etwas oberhalb der Hürde neu eingelegt habe, schnurrt die Juki ohne Probleme auch über diese ca. 3 cm dicke Stelle.


Ich schöpfe neuen Mut und die restlichen Nähte sind kein Problem. Die Tellzwozwo rauscht durch und über SnapPap, Kork und Cord, Baumwolle, Kordeln und Kunstleder gleichermaßen.


Und was ist mit dünn?
Nachdem ich meine Probenähprojekte erfolgreich zu Ende gebracht hatte, wollte ­der Mann nun noch eine schnelle Urlaubs-Relax-Hose. Neue Stoffkäufe werden nur noch zähneknirschend gestattet und so bin ich Fan der Bettwäscheverwertung geworden. ­(Wenn ich etwas für ihn nähen soll, muss der Stoff sowieso aus dem Bestand entnommen werden.)
In diesem Fall musste die Bettwäsche vom Schweden herhalten, die noch aus seiner Junggesellen-Zeit stammte und ein unbeachtetes Dasein als Schrankleiche fristete, da sie mittlerweile nicht mehr zum Interieur passte und wegen ihrer Sondergröße auch für die Gästebetten ungeeignet war.

Nichts ist zu einfach
Dieses Projekt erschien mir etwas zu banal für die Juki, da ich aber nur gerade Nähte benötigte, wollte ich auch nicht extra den Nähtisch wieder umbauen. Also ging auch diese Näharbeit an die Tellzwozwo.
Und was ich bereits zu Anfang vermutet und auch lapidar getestet hatte, bestätigte sich hier: der ohnehin dünne und durch viele Wäschen und Jahre der Nutzung sehr dünn gewordene Stoff wurde von der QVP mini ebenso problemlos verarbeitet wie die Hügellandschaft der Taschen und Rucksäcke. Das dünne Stöffchen lief genauso locker und ungekräuselt unter dem Nähfuß durch.

Mehr oder weniger spannend
Bei all der Lobhudelei: natürlich musste ich Faden­spannung und Nähfußdruck verändern, das geht nicht automatisch über irgendein Programm für dünne oder dicke Stoffe.


Passend zur Zielgruppe erwartet die Maschine, dass der Anwender das weiß (genau wie das mit der richtigen Nadel ;-)).
Aber dennoch will Juki einem das Leben nicht allzu schwer machen, und so ist sowohl auf dem Rädchen für die Fadenspannung als auch auf dem Fußdruckregler eine Skala angebracht, welche die Einstellung „live“ anzeigt.


Bei dem dünnen Stoff zeigt sich ein Vorteil des „nur“ Geradeausnähenkönnens: Die Stichplatte hat nur ein kleines Loch für die Nadel, und dieses bietet wenig Möglichkeit den Stoff zu „fressen“, wie das die Alleskönner-Maschinen bei dünnen Fasern gerne tun. Ob sie mit „flutschigen“ dünnen Stoffen genauso problemlos klarkommt, habe ich noch nicht getestet.

Dieses war der zweite Streich
Bisher hat die Juki mich in allen Bereichen überzeugt.
In der letzten Testphase möchte ich mich mit der Quiltausstattung beschäftigen.
Das Thema ist abgesehen von ein paar Einstiegsversuchen auf meiner elna, die ja ebenfalls Quilter als Zielgruppe hat, noch völlig neu für mich. Mal gucken, wie wir uns anstellen.

Donnerstag, 3. August 2017

Was bin ich?

Auf meiner Homepage habe ich folgenden Text als Einleitungssatz:

Freigeist und Spießer, Chaot und Pedant, kreativer Kopf und Langweiler,
nichts davon richtig und von allem ein bisschen, das bin ich.

 

So habe ich in meinem Kleiderschrank sowohl knallbunte, ausgefallene Klamotten als auch den Inbegriff aller Langweiligkeit (für mich - ohne damit jemandem zu nahe treten zu wollen, denn ich habe und trage es ja selbst auch: dunkelblau und Mokassins.


Manchmal bin ich das romantische Mädchen, manchmal die konservative Geschäftsfrau und manchmal die coole HipHop-Braut ... oder wäre es zumindest gerne.

Das Schöne am Nähen ist ja, das man sich alles so machen kann, wie es einem selbst gefällt, das passende Schnittmuster vorausgesetzt. Und da habe ich SHO! entdeckt.

 

Die Schnitte von Silke sind erfrischend anders und treffen genau meinen Geschmack. Umso mehr habe ich mich gefreut, das OneSHO!ulder mitnähen zu dürfen.


Ein asymmetrisches Shirt mit einem Ärmel und einer schulterfreien Seite. Extravagant und doch recht einfach zu nähen. 


Bei diesem Schnitt hat es mich dann auch gepackt, anfangs konnte ich mich gar nicht für einen Stoff entscheiden.


Aber beim Probenähen sollte man ja beim ersten Versuch sowieso nicht gerade den besten Stoff nehmen und so landete denn auch mein Pannesamt-Oberteil auf dem "Mal gucken, wofür man das noch brauchen kann"-Stapel.

 

Am Ende haben sie alle etwas bekommen:
die HipHopperin, die romantische Seele und die Sportlich-Lässige.



Und ganz zum Schluss habe ich mich bei den Fotos auch nochmal richtig ins Zeug gelegt.

 

Das Ebook gibt es hier bei Silke im SHO!p
Verlinkt mit RUMS

Donnerstag, 27. Juli 2017

Ich wäre lieber ein armer Mann in einer Dachkammer voller Bücher als ein König, der nicht lesen mag.
Lord Thomas Babington Macaulay


Als bekennende Leseratte bin ich nicht besonders wählerisch in Bezug auf meinen Lesevorrat. Einzig die korrekte Verwendung des Imperativs und vielleicht auch grundlegende Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung sind mir wichtig 😉


Durch meinen großen Lesehunger wurden unsere Regale leider irgendwann "zu wenig" und ich wurde dazu genötigt, auf einen E-Reader umzusteigen.
Anfangs vermisste ich den Geruch, das Gewicht, das Rascheln der Seiten, mittlerweile freue ich mich über die unbegrenzte Menge an Lektüre, die ich immer und überall mitnehmen kann.


Auch zur Tasse Kaffee am Vormittag (oder Nachmittag) gehört für mich eine Geschichte immer dazu.

Wie schön, dass ich hier zwei Hobbys miteinander verbinden konnte.
Für meinen Reader habe ich nach der Anleitung von min ziari eine Hülle genäht, die auf der Rückseite auch noch eine praktische Handschlaufe für das bequeme einhändige Halten des Gerätes hat.
Hülle für E-Reader und Tablet


Heute gibt es anlässlich des Geburtstags von Steffi, die hinter dem Label von min ziari steckt, alle ihre Anleitungen bei makerist für 2 Euro.
min ziari bei makerist


Verlinkt mit RUMS, euch noch einen schönen Tag. (Hier mit Regen und - weil erster Ferientag - ganz viel Lesen.)


Liebe Grüße,
Kathy

Donnerstag, 20. Juli 2017

Ha, um nach 12 Uhr mittags noch zu RUMS? ... Tja, warum nicht. Auch die Langschläfer und Morgenmuffel wollen ja mal was zeigen. 😘

Eigentlich bin ich ja eine Nachteule und kann durchaus auch kurz nach Mitternacht posten, aber manchmal überkommt auch mich die Müdigkeit früher. 😴


Also auch, wenn der Post nun irgendwo hinten landet, ist diese Bloggerparty doch immer wieder eine nette Gelegenheit, etwas Selbstgemachtes außerhalb des Bekanntenkreises zu zeigen. 😉

Kristina von Firlefanz hat dem Drängen nachgegeben und ihr tolles Sommerkleid/-Top Lavanda, welches sie eigentlich eher so für sich entworfen hat, in einen Schnitt für die Größen 32 bis 54 "übersetzt" und noch ganz schnell vorm Urlaub ums ausführliche Testen gebeten.


So wurde innerhalb von einer Woche mit vielen tollen Probenäherinnen gedruckt und geschnibbelt, gezuppelt und optimiert.

Herausgekommen ist ein Schnitt für wahlweise Top oder Kleid mit einem raffinierten Ausschnitt, der jedes Dekolletee in Szene setzt und sich auch von hinten sehen lassen kann. 😍


Wer sich da lieber bedeckt hält, kann optional einen Spitzeneinsatz einnähen, die Beschreibung dazu gibt es ebenfalls im Ebook.

Und da wir die Bilder morgens machen mussten, bevor die Sonne wieder knallt, fiel das Lächeln auch schonmal extra breit aus. 😂


Das Ebook gibt es hier:
Makerist
und hier
DaWanda
bis Sonntag noch zum Einführungspreis.

Sonnige Grüße,
Kathy

P.S.: Ein Kleid gibt es auch noch in den nächsten Tagen 😘